In unserer täglichen Arbeit als Planungsbüro im Kanton Solothurn begleiten wir viele Bauprojekte – von der ersten Skizze bis zur Schlüsselübergabe. Nämlich erleben wir dabei immer wieder dasselbe Muster: Konflikt am Bau entsteht selten durch schlechten Willen. Vielmehr entsteht er durch Systemfehler im Prozess. Daher haben wir uns gefragt: Was steckt wirklich dahinter? Deshalb teilen wir in diesem Beitrag offen, was wir gelernt haben – aus vielen Projekten, aus Fehlern und aus Erfolgen. Zwar ist kein Bauprojekt gleich. Doch die Muster wiederholen sich. Folglich lassen sie sich erkennen, benennen und verändern. Weiterhin zeigen wir Ihnen, was Sie als Bauherr heute konkret tun können – bevor es teuer wird.
Konflikt am Bau entsteht nicht zufällig – das erleben wir täglich
Zunächst eine ehrliche Beobachtung aus unserer Praxis: Kaum ein Projekt startet mit dem Ziel, Streit zu produzieren. Allerdings entsteht er trotzdem – immer wieder. Nämlich liegt der Kern im Prozess selbst. Denn Planung, Ausschreibung und Ausführung werden oft streng getrennt. Dadurch entstehen Brüche und Missverständnisse an den Schnittstellen. Deshalb sprechen wir von einem Systemproblem – nicht vom Versagen einzelner Beteiligter.
Weiterhin beobachten wir ein zweites Muster: Beteiligte verfolgen unterschiedliche Anreizsysteme. Somit entsteht Reibung, selbst wenn alle guten Willens sind. Folglich wächst das Risiko von Nachträgen, Terminverzug und Qualitätsstreit. Insbesondere späte Vergaben fördern die sogenannte Taktik der Nachträge. Dadurch rutschen Budgets aus dem Ruder. Deshalb leidet die Zusammenarbeit, obwohl alle dasselbe Ziel haben: ein gutes Bauwerk im Kosten- und Terminrahmen.
Ebenso wichtig ist diese Beobachtung: Konflikte eskalieren selten plötzlich. Allerdings kündigen sie sich früh an – durch unklare Entscheide, verschwommene Verantwortungen und fehlende Dokumente. Daher lohnt sich frühzeitiges Hinschauen. Folglich ist der beste Zeitpunkt für Konfliktprävention nicht die Ausführungsphase, sondern die Planung. Weiterhin sind es oft die kleinen Versäumnisse am Anfang, die am Ende grosse Probleme auslösen.
Die vier häufigsten Ursachen von Konflikt am Bau – was wir in der Praxis sehen
In unserer Arbeit sehen wir vier Ursachen, die Konflikte am Bau immer wieder auslösen. Zunächst sind unklare Schnittstellen das grösste Problem. Nämlich weiss jeder, was er selbst tut – aber niemand, was an der Grenze zum Nächsten passiert. Deshalb entstehen Lücken, die später teuer werden.
Zweitens sind späte Entscheide ein massives Risiko. Allerdings fühlen sich frühe Entscheide oft noch zu früh an. Doch je später sie fallen, desto teurer werden sie. Daher trainieren wir mit unseren Kunden eine klare Entscheidungskultur: lieber ungefähr richtig heute als perfekt falsch morgen.
Drittens fehlen belastbare Mengengerüste und ein gemeinsam erarbeiteter Kostenrahmen. Folglich entstehen Erwartungslücken zwischen Bauherr und Planer. Deshalb ist ein verbindlicher Kostenrahmen bei uns nicht verhandelbar – er steht am Anfang jedes Projekts. Weiterhin helfen klare Qualitätskriterien, die von Beginn an schriftlich festgehalten werden.
Viertens ist das Vergabeverfahren oft das schwächste Glied. Insbesondere wenn Aufträge allein nach dem tiefsten Preis vergeben werden, folgt das böse Erwachen fast immer. Somit ist ein billiger Einstieg kein Vorteil, wenn teure Nachträge folgen. Deshalb haben wir unser Vergabeverfahren konsequent auf Teamfit und Kooperationsfähigkeit ausgerichtet. Die SIA behandelt Planungsrisiken aus derselben Grundüberzeugung heraus – und bestätigt in ihrer Analyse, was wir täglich erleben.
Unsere Methode bei Bieriplanung: Früh klären, gemeinsam planen
Daher haben wir bei Bieriplanung eine klare Methode entwickelt, um Konflikt am Bau systematisch zu reduzieren – und verfeinern sie laufend weiter. Nämlich starten wir jedes Projekt mit einem gemeinsamen Zielbild. Allerdings reicht ein schönes Zielbild allein nicht. Deshalb erarbeiten wir Kostenrahmen, Terminziele und Qualitätskriterien gemeinsam – und zwar vor dem Entwurf. Dadurch richten sich alle Entscheide am Projektziel aus, nicht an Einzelinteressen.
Weiterhin holen wir ausführende Unternehmen früh ins Projekt. Folglich bringen Handwerker und Unternehmer ihr Know-how dort ein, wo es noch wirkt: in der Planung. Ebenso führen wir multidisziplinäre Modellreviews durch. Insbesondere bei komplexen Umbauten schmelzen dabei Überraschungen in der Ausführungsphase auf ein Minimum zusammen.
Zudem setzen wir auf faire Risikoteilung. Nämlich ist Kooperation nur dann nachhaltig, wenn sie sich für alle Beteiligten lohnt. Deshalb achten wir darauf, dass Anreize und Risiken vertraglich sauber verteilt sind. Somit verlieren taktische Manöver ihren Reiz – und echte Zusammenarbeit gewinnt.
In unseren abgeschlossenen Projekten sehen Sie, wie diese Methode in der Praxis aussieht. Ebenso können Sie in unserem Beitrag zu Risiken am Bau nachlesen, welche Fallstricke wir systematisch vermeiden.
Technologie ist ein Werkzeug – aber erst der Prozess macht sie wirksam
Daher sprechen wir auch über Technologie. Nämlich bieten BIM, CDE und Modellkoordination echte Vorteile. Erstens schaffen sie Transparenz über den Planungsstand. Zweitens machen sie Kollisionen sichtbar, bevor sie auf der Baustelle teuer werden. Allerdings ist Technologie allein keine Lösung. Deshalb gilt: Ohne neue Abläufe verstärken digitale Werkzeuge nur alte Muster.
Folglich gehört zur Technik immer der Prozesswechsel. Konkret bedeutet das bei uns: Wir nutzen Modellkoordination und Taktplanung – aber immer eingebettet in klare Verantwortungen und verbindliche Entscheidungsprozesse. Weiterhin führen wir regelmässige Modellreviews mit allen Beteiligten durch. Somit verschwinden Überraschungen nicht komplett, aber sie werden beherrschbar.
Insbesondere erleben wir, dass Teams, die Technologie und Prozess gemeinsam einführen, deutlich weniger Nachträge produzieren. Jedoch braucht dieser Kulturwandel Zeit und Führung. Daher begleiten wir unsere Kunden nicht nur technisch, sondern auch methodisch – das unterscheidet uns von einem reinen Planungsbüro.
So reduzieren wir Nachträge systematisch – unsere sieben Hebel gegen Konflikt am Bau
Nachträge entstehen in unserer Erfahrung selten zufällig. Vielmehr wurzeln sie in unklaren Schnittstellen, unvollständigen Unterlagen und späten Entscheiden. Daher haben wir sieben Hebel entwickelt, die wir konsequent einsetzen:
- Gemeinsames Zielbild vor dem Entwurf: Kostenrahmen, Terminziele und Qualitätskriterien werden schriftlich vereinbart. Daher gibt es von Beginn an eine verbindliche Grundlage für alle Entscheide.
- Frühe Unternehmerinputs: Ausführende bringen ihr Know-how in der Planung ein. Folglich schrumpfen Überraschungen in der Bauphase erheblich.
- Klare Rollen und Schnittstellen: Jede Bauteilverantwortung ist eindeutig zugewiesen. Ebenso sind Übergaben zum nächsten Gewerk sauber dokumentiert.
- Entscheidungsmeilensteine mit Termin: Wir legen fest, wann welcher Entscheid fallen muss. Dadurch entstehen keine späten, teuren Richtungswechsel.
- Sauberes Änderungsmanagement: Jede Änderung wird wirtschaftlich bewertet und freigegeben. Somit wird sie transparent und begründet – statt verdeckt und teuer.
- Vergabe nach Teamfit und Kultur: Motivation, Erfahrung und Kooperationsfähigkeit zählen mehr als der letzte Franken. Weiterhin prüfen wir Referenzen und Arbeitsweise sorgfältig.
- Anreiz- und Risikoteilung vertraglich verankert: Kooperation lohnt sich nur, wenn sie vertraglich geregelt ist. Deshalb ist faire Risikoteilung für uns ein Kernpunkt jedes Vertrags.
Mehr zu konkreten Kosten und Abläufen lesen Sie in unserem Artikel zu den Umbaukosten beim Einfamilienhaus. Ebenso finden Sie in unserem Beitrag zur Baubewilligung Mehrfamilienhaus Schweiz wichtige rechtliche Grundlagen.
Was starke Bauherrschaften tun, um Konflikt am Bau zu vermeiden
Nämlich fällt uns immer wieder auf: Projekte, die gut laufen, haben fast immer eine ähnliche Gemeinsamkeit. Daher lohnt es sich, genauer hinzuschauen, was diese Bauherrschaften anders machen. Weiterhin lassen sich diese Muster gezielt einüben – auch wenn Sie bisher andere Erfahrungen gemacht haben.
Zunächst investieren starke Bauherrschaften konsequent in die Planungsqualität. Folglich sparen sie in der Ausführung. Allerdings denken viele, dass ein tiefes Planerhonorar das Projekt günstiger macht. Deshalb erleben wir immer wieder das Gegenteil: schlechte Planung produziert teure Baustellen. Somit ist das Honorar für gute Planung eine der rentabelsten Investitionen im Bauprozess.
Ebenso pflegen gute Bauherrschaften eine klare Kommunikationskultur. Nämlich sprechen sie Probleme früh an, bevor sie eskalieren. Daher haben sie weniger Konflikte – nicht weil sie naiv sind, sondern weil sie hinschauen. Weiterhin fordern sie regelmässige Statusberichte und Transparenz über den Planungsstand. Folglich gibt es keine bösen Überraschungen kurz vor Baubeginn.
Insbesondere legen erfolgreiche Bauherrschaften Wert auf den Aufbau eines guten Teams. Allerdings ist die Frage der Teamdynamik oft entscheidender als das Leistungsverzeichnis. Doch nicht nur Kompetenz zählt. Deshalb investieren wir bei Bieriplanung gezielt in den Aufbau von Projektteams, die kommunizieren und gemeinsam lösen können.
IPD und Design-Build: zwei Modelle, die wir in der Praxis schätzen
Allerdings ist nicht jedes Projekt gleich. Deshalb setzen wir je nach Ausgangslage auf unterschiedliche Abwicklungsmodelle. Zwei davon schätzen wir besonders, weil sie Konflikt am Bau strukturell reduzieren.
Zunächst das Integrated Project Delivery (IPD): Der Bauherr sitzt im Cockpit, teilt Risiken und Chancen, und wählt sein Team über Eignung und Kultur. Folglich entsteht eine echte Kooperationskultur. Nämlich lohnt sich Zusammenarbeit für alle Beteiligten messbar. Mehr dazu finden Sie direkt beim Schweizerischen Baumeisterverband.
Ebenso schätzen wir das Design-Build-Modell: Der Bauherr definiert Ziele und bestellt eine Gesamtlösung. Das Team liefert Planung und Bau integriert – zu garantierten Kosten und Terminen. Dadurch steigt die Kostensicherheit erheblich. Deshalb eignet sich dieses Modell besonders für Bauherrschaften, die klare Ergebnisse wollen – ohne den Prozess selbst führen zu müssen. Somit sinkt das Streitpotenzial, weil Verantwortung klar gebündelt ist.
Beide Modelle haben eines gemeinsam: Das Ausführungs-Know-how kommt früh ins Projekt. Daher ist Konfliktprävention kein Nebenprodukt, sondern integraler Bestandteil der Methode.
Was Sie heute konkret tun können – und wie wir Sie dabei begleiten
Somit kommen wir zur entscheidenden Frage: Was tun Sie mit diesen Erkenntnissen? Zunächst empfehlen wir einen ehrlichen Blick auf Ihr aktuelles oder geplantes Projekt. Nämlich reichen oft wenige Fragen, um Risiko-Trigger zu identifizieren: Sind die Schnittstellen klar? Sind Kostenrahmen und Termine schriftlich vereinbart? Ist das Vergabeverfahren auf Zusammenarbeit ausgelegt?
Daher bieten wir bei Bieriplanung eine kompakte Erstanalyse an. Weiterhin begleiten wir Sie von der Zielsetzung über die Planung bis zur vertraglichen Umsetzung. Folglich sind Sie nicht allein mit diesen komplexen Fragen. Allerdings braucht es dazu den Mut, früh hinzuschauen – noch bevor der erste Bagger rollt. Deshalb ist der beste Zeitpunkt zum Handeln jetzt.
Konflikt am Bau beginnt selten auf der Baustelle – er beginnt in der Planung. Ebenso finden Sie in unserem Blog weitere Praxis-Beiträge aus unserem Büroalltag. Doch das Wichtigste ist das persönliche Gespräch: Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf – wir freuen uns auf Ihr Projekt.
