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BIM in der Architektur: Was wir bei der beyondBIM Masterclass gelernt haben – Bieriplanung Solothurn

BIM in der Architektur: Was wir bei der beyondBIM Masterclass gelernt haben

CHF 450’000 Rückzahlung an eine Mieterin – wegen falscher Flächenangaben im Mietvertrag. Dieses Beispiel aus der Praxis von Swiss Life hat uns an der beyondBIM Masterclass im April 2026 beeindruckt. Allerdings ist es kein Extremfall. Denn es zeigt, was passiert, wenn Gebäudedaten nicht strukturiert erfasst und gepflegt werden. Daher haben wir von Bieriplanung diese Weiterbildung besucht: um zu verstehen, wohin sich die Baubranche entwickelt – und was das für unsere Kunden bedeutet.

  • BIM ist keine 3D-Software, sondern eine Datenstrategie für Gebäude.
  • Falsche oder inkonsistente Gebäudedaten können zu massiven finanziellen Schäden führen – wie das Swiss Life Beispiel mit CHF 450’000 zeigt.
  • Für grosse Portfolios ist BIM heute unverzichtbar. Für kleine EFH-Projekte ist der volle Umfang nicht immer nötig – wir wissen aber, wie es geht.
  • beyondBIM ist die führende BIM-Community und Ausbildungsplattform in der Schweiz.

Was ist BIM – und was ist es nicht?

BIM steht für Building Information Modeling. Der Begriff klingt nach 3D-Modellen und Renderings. Jedoch ist BIM viel mehr als das. Im Kern geht es darum, alle relevanten Informationen eines Gebäudes strukturiert, digital und maschinenlesbar zu erfassen: Räume, Flächen, Materialien, Bauteile, Nutzungen. Daher ist BIM weniger ein Software-Tool als eine Denkweise und eine Datenstrategie.

Allerdings wird BIM oft falsch verstanden. Viele denken: BIM bedeutet, ein 3D-Modell in Revit oder Archicad zu bauen. Das ist nur ein Teil davon. Folglich bleibt der eigentliche Nutzen – strukturierte, automatisiert auswertbare Daten – in vielen Projekten ungenutzt. Somit ist das Ziel von BIM ein CSV-Export direkt aus dem Gebäudemodell in die Verwaltungssysteme. Nämlich ohne eine einzige manuelle Eingabe: kein Copy-Paste, keine Excel-Schleifen, keine Diskussionen über unterschiedliche Pläne.

Das CHF 450’000 Beispiel: Warum Datenqualität entscheidend ist

Swiss Life verwaltet rund 1’300 Liegenschaften in der Schweiz mit etwa 5,5 Millionen m² Nutzfläche. Dominik Gomez, Real Estate Data Manager bei Swiss Life, zeigte uns an der Masterclass, was passiert, wenn Daten nicht konsistent gepflegt werden.

Für dieselbe Liegenschaft existierten drei verschiedene Flächenangaben in drei verschiedenen Systemen. Einerseits rund 1’500 m² in den WP-Bewertungen, andererseits 1’600 m² im zentralen System ImmoPack – und nochmals 1’500 m² im Bewirtschaftungssystem. Zunächst wirken diese Abweichungen klein. Jedoch summierten sie sich über Jahre zu einer Rückzahlung von CHF 450’000 an eine Mieterin, weil die vertraglich vereinbarte Mietfläche schlicht falsch war.

Folglich ist die Lösung klar: eine einzige Quelle der Wahrheit. Folglich müssen alle Systeme aus demselben Gebäudemodell gespeist werden – automatisch, ohne manuelle Zwischenschritte. Genau das leistet BIM richtig angewendet. Deshalb ist Datenqualität kein technisches Detail, sondern eine geschäftskritische Anforderung.

Wie BIM in der Praxis funktioniert

Im Zentrum steht das IFC-Format (Industry Foundation Classes) – ein offener Standard, der Gebäudedaten maschinenlesbar macht. Zunächst werden alle relevanten Informationen im Planungsmodell hinterlegt: Räume mit Nutzung, Fläche, SIA 416-Klassifizierung und Bauteilmerkmale. Weiterhin können sogenannte Data-Pipelines diese Informationen automatisch auswerten – ohne manuelle Datenübertragung.

Das Pareto-Prinzip gilt auch hier: Wenn ein einziges Attribut – zum Beispiel die vermietbare Fläche – korrekt erfasst wird, sind Sie zu 80 Prozent auf dem richtigen Weg. Insbesondere für Bauherren ist dieser MVP-Ansatz wertvoll: Nicht alles auf einmal automatisieren, sondern mit dem grössten Hebel starten.

Ebenfalls gelernt haben wir: BIM ist kein einmaliges Projekt. Daten müssen gepflegt, geprüft und aktuell gehalten werden – über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes. Das erfordert klare Verantwortlichkeiten und einen konsequenten Prozess. Mehr zu strukturierten Planungsprozessen finden Sie in unserem Leitfaden zum Umbau EFH zu Mehrfamilienhaus.

Worauf muss man achten?

Bieriplanung empfiehlt, bei BIM-Projekten folgende Punkte im Blick zu behalten:

  • One Source of Truth: Es darf nur eine einzige, autoritative Datenquelle geben. Alle anderen Systeme beziehen ihre Daten von dort – automatisch.
  • Früh anfangen: Je früher im Planungsprozess BIM eingesetzt wird, desto wertvoller sind die Daten. Nachträgliche Digitalisierung ist aufwendig und teuer.
  • Datenqualität vor Quantität: Lieber wenige Attribute vollständig und korrekt als viele halbfertige.
  • Klare Verantwortlichkeiten: Wer ist für welche Daten zuständig? Ohne klare Zuordnung degenerieren BIM-Modelle schnell.
  • BIM ist kein Selbstzweck: Das Ziel sind nützliche, auswertbare Daten – nicht ein perfektes 3D-Modell um seiner selbst willen.
  • Fachliche Prüfungen bleiben beim Planer: BIM-Systeme prüfen Datenkonsistenz, nicht fachliche Richtigkeit. Ob eine Brandschutzanforderung korrekt ist, entscheidet nach wie vor der Fachplaner.

beyondBIM und Alar Jost: Die Community hinter dem Wissen

Die Masterclass besuchten wir bei beyondBIM – der führenden BIM-Ausbildungsplattform und Community in der Schweiz. Gegründet wurde beyondBIM von Alar Jost, einem der renommiertesten BIM-Experten der Schweizer Baubranche. Insbesondere sein Team leistet grossartige Arbeit: Die Inhalte sind praxisnah, die Referentinnen und Referenten kommen aus echten Projekten, und die Community ist lebendig.

Ebenfalls beeindruckt hat uns die Mischung aus Fallstudien wie dem Swiss Life-Beispiel, technischen Workshops zu Data-Pipelines sowie Einblicken in UX-Design für BIM-Dashboards. Daher empfehlen wir beyondBIM jedem Planungsbüro und jedem Bauherrn, der verstehen will, wohin sich die Branche entwickelt. Weiterbildung ist kein Luxus – sie ist Voraussetzung, um Kunden das bestmögliche Ergebnis zu liefern.

Was Bieriplanung mitgenommen hat – und was BIM-ready bedeutet

Bieriplanung ist BIM-ready. Das bedeutet: Wenn Sie als Bauherr BIM verlangen – sei es für ein grösseres Mehrfamilienhaus, ein Renditeobjekt oder ein Projekt mit einer BIM-Anforderung der öffentlichen Hand – liefern wir das. Weiterhin kennen wir die Standards, die Formate und den Prozess.

Allerdings ist BIM in seinem vollen Umfang für ein klassisches Einfamilienhaus im Kanton Solothurn nicht immer der richtige Ansatz. Zwar braucht ein EFH kein automatisiertes Daten-Dashboard. Doch das Denken hinter BIM – strukturierte, konsistente, verlässliche Daten – bringen wir in jedes Projekt ein. Deshalb dokumentieren wir sauber, vermeiden Medienbrüche und sorgen dafür, dass Planunterlagen über den gesamten Prozess hinweg konsistent bleiben.

Somit profitieren unsere Kunden auch bei kleineren Projekten von einer Arbeitsweise, die auf Qualität und Verlässlichkeit ausgerichtet ist. Dafür bilden wir uns ständig weiter – bei Formaten wie der beyondBIM Masterclass, aber auch mit aktuellen Kenntnissen im Schweizer Baurecht. Lesen Sie auch, was unsere Fallstudie EFH zu Renditeobjekt über strukturiertes Planen in der Praxis zeigt.

Häufige Fragen zu BIM

Was bedeutet BIM konkret für mein Bauprojekt?

BIM bedeutet, dass alle Gebäudedaten strukturiert in einem digitalen Modell hinterlegt sind. Daher können Planungsänderungen schneller nachvollzogen und Fehler früher erkannt werden. Für grosse Projekte ist das erheblich effizienter als klassische Planungsmethoden.

Brauche ich als privater Bauherr BIM?

Für ein Einfamilienhaus oder eine kleinere Renovation ist BIM in seiner vollen Ausprägung in der Regel nicht nötig. Allerdings arbeitet Bieriplanung grundsätzlich mit strukturierten, konsistenten Daten. Falls Sie ein grösseres Vorhaben planen, sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen, welcher Ansatz für Ihr Projekt sinnvoll ist.

Was ist der Unterschied zwischen BIM und einem 3D-Modell?

Ein 3D-Modell zeigt ein Gebäude visuell. BIM geht weiter: Jedes Element trägt strukturierte Informationen – Nutzung, Fläche, Material, Kosten. Folglich lässt sich ein BIM-Modell automatisch auswerten, während ein reines 3D-Modell nur angeschaut werden kann.

Was ist beyondBIM?

beyondBIM ist die führende BIM-Community und Weiterbildungsplattform in der Schweiz, gegründet von Alar Jost. Somit bietet beyondBIM Masterclasses, Workshops und ein Netzwerk für alle, die BIM professionell einsetzen oder verstehen wollen.

Ständige Weiterbildung ist für uns Pflicht. Deshalb besuchen wir Formate wie die beyondBIM Masterclass – damit wir wissen, was kommt, bevor es zum Standard wird. Haben Sie ein Projekt, bei dem BIM eine Rolle spielt? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie kostenlos.